Instrumentenflug

Vernünftigerweise hast Du Dein Flugzeug schon häufiger „stehen“ lassen oder bist aufgrund des Wetters erst gar nicht zum Flugplatz gefahren. Oder noch schlimmer, hast bei herrlichem Wetter entscheiden müssen, den geplanten Wochenendausflug nicht zu machen, weil wetterbedingt der Rückflug nicht sichergestellt war.

Um es ganz klar zu sagen, eine „Allwetter-Berechtigung“ ist das Instrument Rating nicht! Das schwächste Glied entscheidet noch immer, ob ein Flug durchführbar ist oder nicht. Und das bist entweder du als Pilot, oder Dein Flugzeug. Es wird also trotz IR – Rating noch Flüge geben, die Du absagen wirst.

Aber Du wirst mit IR – Rating die Möglichkeiten Deiner Pilotenlizenz beträchtlich erweitern und lernen, das Flugzeug auch ohne Sicht nach außen und mit viel größerer Präzision zu fliegen.

Gesundheit
Als Pilot hast Du ja bereits ein fliegerisches Tauglichkeitszeugnis, mindestens zweiter Klasse. Für eine Instrumentenflugberechtigung sind lediglich die Anforderungen an Dein Hörvermögen höher als beim Sichtflug. Deshalb muss vor Ausbildungsbeginn Dein Hörvermögen durch eine Reintonaudiometrie überprüft werden.

Flugerfahrung
Um eine Ausbildung zum Instrumentenflug beginnen zu dürfen, musst Du entweder Inhaber einer Privatpilotenlizenz, PPL(A), oder einer Berufspilotenlizenz, CPL(A) sein und über mindestens über 50 Stunden Überlandflugzeit als verantwortlicher Pilot verfügen.

Fachliche Voraussetzungen
Voraussetzung für ein Instrument Rating ist das Beherrschen der englischen Sprache in Wort und Schrift. Hier ist es allerdings nicht wichtig, einen „guten“ Shakespeare in radebrechendes Deutsch zu übertragen, sondern Du musst ein Gerüst aus Wortschatz und Grammatik mitbringen, welches wir um achthundert bis eintausend Fachbegriffe erweitern, so dass Du in der Lage bist, den Funksprechverkehr auf Englisch durchzuführen und technische Betriebshandbücher auf englisch zu lesen und zu verstehen.

Ausbildungsdauer
Die theoretische Ausbildung ist innerhalb von 18 Monaten abzuschließen. Die praktische Prüfung muss spätestens 36 Monate nach bestandener oder teilweise bestandener theoretischer Prüfung bestanden sein.

Ausbildung Theorie
Du erhältst Unterricht in den Fächern:
– Luftrecht
– Allgemeine Luftfahrzeugkunde – Bordinstrumente
– Flugplanung und -überwachung
– Menschliches Leistungsvermögen
– Meteorologie
– Funknavigation
– IFR-Kommunikation

Ausbildung Praxis
Einmotorig
Du erhältst mindestens 50 Stunden praktische Flugausbildung. Bis zu 30 Stunden davon dürfen auf unserem DA42 Twin Star Simulators (FNPT) des französischen Herstellers Alsim mit 180° Sichtsystem und original Garmin G1000 Glasscockpit geflogen werden. Die restlichen Flugstunden und die praktische Prüfung werden auf der Beechcraft Bonanza geflogen werden.

Mehrmotorig
Du erhältst mindestens 55 Stunden praktische Flugausbildung. Bis zu 35 Stunden davon dürfen auf unserem DA42 Twin Star Simulator (FNPT) des französischen Herstellers Alsim mit 180° Sichtsystem und original Garmin G1000 Glasscockpit geflogen werden. Die praktische Prüfung und mindestens 15 der restlichen Flugstunden müssen auf unserer Diamond DA42 Twin Star geflogen werden. Simulator und zweimotoriges Prüfungsflugzeug sind also nicht nur „ähnlich“, sondern entsprechen sich auf den Millimeter. So ist ein positiver Lerntransfer von Simulator zu Flugzeug sichergestellt!

Wir schulen ausschließlich vom Verkehrslandeplatz Schönhagen (EDAZ), neben Bautzen dem einzigen Verkehrslandeplatz mit IFR Ab- und Anflugverfahren in den neuen Bundesländern. Wir verfügen somit nicht nur über eine professionelle Schulungsumgebung sondern sind von der ersten bis zur letzten Minute „Teil des Systems“ und damit sicher und legal.

Prüfung Theorie
In Deutschland findet die theoretische Prüfung zum Instrument Rating zentral für alle Flugschüler beim Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig statt.